NRW-Falken wählen neuen Vorstand

Am vergangenen Wochenende fand im Oer-Erkenschwicker Salvador-Allende-Haus die 32. Landeskonferenz der Sozialistischen Jugend Deutschland – Die Falken, Landesverband NRW statt.

Turnusgemäß wurde ein neuer Landesvorstand gewählt. Paul M. Erzkamp aus Gelsenkirchen wurde als Landesvorsitzender in seinem Amt bestätigt.

Anna Cannavo (Kreisverband Düsseldorf), Karina Kohn (Unterbezirk Recklinghausen) und Lukas Lorenz (Kreisverband Köln) wurden als stellvertretende Vorsitzende in den neuen Vorstand gewählt. Als Beisitzer*innen komplettieren Frederike Hermansen (Unterbezirk Hamm-Unna-Soest), Sven Hindsches (Kreisverband Viersen) und Lisa Prizebilla (Kreisverband Gütersloh) den neuen Vorstand, der nun die kommenden zwei Jahre zusammen arbeiten wird.

Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum referierte am Samstag über die aktuelle Situation in der Türkei. Er kritisierte das zu lange Zusehen der Bundesregierung und der Regierungen anderer Länder. Progressive Kräfte wurden eingesperrt oder sind mittlerweile aus der Türkei geflüchtet. Dies mache eine starke Opposition schwer, die die aktuelle Entwicklung noch stoppen könne. Ebenso wurde auf der Konferenz über die große Unterstützung des Erdogan-Regimes durch Türk*innen in Deutschland diskutiert. Hier analysiert Küpeli Fehler in der Integration als Hauptgrund. „Viele Türk*innen fühlen sich in Deutschland auch heute noch nicht willkommen und ausgegrenzt.“, so Küpeli. Dies fördere eine Identifizierung mit dem Heimatland und einer starken Führung in der Türkei.

„Die Bündnisarbeit mit Migrant*innenjugendselbstorganisationen wie der Alevitischen Jugend und der DIDF-Jugend, aber auch breite soziale und antifaschistische Bündnisse, mit Parteien, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, sind für uns ein wichtiger Baustein.“, so Paul M. Erzkamp. Auch Küpeli empfiehlt eine Unterstützung von fortschrittlichen Kräften, sowohl in der Türkei als auch in Deutschland, um starke Netzwerke zu schaffen.

Neben Wahlen und Vortrag standen auch einige Anträge zur Abstimmung. Die SJD - Die Falken in NRW erklären sich solidarisch mit den Betreiber*innen von linksunten.indimedia.org. Das Verbot und die Abschaltung der Medienplattform beschneidet nach Ansicht des Jugendverbandes die Pressefreiheit. „Nicht die Betreiber*innen sind bei dem Mitmachprojekt für die Inhalte verantwortlich, sondern die Autor*innen.“, so Erzkamp. „Würde an alle Internetseiten mit den gleichen Maßstäben herangegangen, so müssten auch facebook und sämtliche Zeitungs-Webseiten mit Kommentarfunktionen verboten und abgeschaltet werden.“, so Erzkamp abschließend.

Von links nach rechts untere Reihe Sven Hindsches, Lisa Prizebilla, Anna Cannavo

Von links nach rechts obere Reihe Lukas Lorenz, Karina Kohn, Paul M. Erzkamp

nicht im Bild Frederike Hermansen